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5. Abend
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Alzey und Umgebung

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Hierarchie oder Basisdemokratie?

Wozu braucht die Kirche Jesu Christi ein kirchliches Amt?

Wer leitet die Kirche? Braucht es dazu geweihte Priester und Bischöfe? Oder muss die Kirche sich stärker demokratisch organisieren? Sind Synoden der richtige Weg, um das gemeinsame Priestertum aller Getauften ernst zu nehmen? Um das Amtsverständnis der Kirchen ging es im fünften und letzten Gesprächsabend aus der Reihe Heiße Eisen der Ökumene, der am 16. Mai in der evangelischen Laurentiuskirche in Wörrstadt stattfand. Der Referent war Dr. Bernhard Nitsche, Wissenschaftlicher Assistent am Katholischen Dogmatik-Lehrstuhl an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Bei der Themenstellung handelte es sich um sehr spannende Fragen, die den Kern der ökumenischen Problematik berühren. In seinen Thesen stellte Dr. Nitsche fest, dass kein Sozialgebilde ohne Leitung und Ämter auskäme. Auch die Kirche habe sich notwendig im Zusammenhang mit politischen Systemen und Analogien entfaltet. Vom Anspruch der Kirche her müsse noch gezeigt werden, inwiefern sie eine "Reich-Gottes-gemäße-Alternative" bereithält, die zu einer "besseren Demokratie anleiten" könne.
Das II. Vatikanum habe hierzu wichtige Impulse gesetzt. Die Rückbesinnung auf die Kirchenväter und das Neue Testament führte zu einer Neuausrichtung im Kirchen- und Amtsverständnis im Sinne einer Gemeinschaft durch Teilhabe und zur Konsequenz, dass die kirchlichen Grundfunktionen stärker in der Kompetenz aller Gläubigen stehend gesehen werden müsse, machte Nitsche deutlich. Diese Option der Konzilsväter sei in der Praxis aber vielfach noch nicht eingeholt. Während er für die kath. Kirche noch eine Überbetonung des hierarchischen Amtes sah, konstatierte er für die evangelische Kirche eine gewisse funktionale Ämterarmut. In das Zentrum seiner Thesen stellte Nitsche eine stärkere funktionale Sicht des Amtes. Ein "Ordinierter Dienst" - ein Begriff der schon im Konzil geprägt wurde - erinnere die Gemeinde an ihre Grundaufgaben (den Dienst am Nächsten, die Caritas/Diakonie), an die Sorge um die Verkündigung (Katechese, Predigt, Schule) und an die Liturgie (Kantor/Lektor). Dies sei ein sakramental ordinierter Dienst, der der Gemeinde dienend, eine amtliche und öffentliche Verweisfunktion ausübe. Der "Ordinierte Dienst" mache so deutlich, dass die Kirche  "nicht aus sich selbst" und "nicht für sich selbst" lebe. 

Es handelt sich um den letzten Diskussions- und Gesprächsabend im Rahmen der Reihe Heiße Eisen der Ökumene. Die 1997 gegründete regionale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hat diese Reihe seit Januar in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeinden angeboten. Insgesamt nahmen bislang fast 700 Interessierte teil. Ziel der Veranstaltungen ist es, Verständnis für die unterschiedlichen Sichtweisen zu wecken und Vorurteile abzubauen. In Respekt und gegenseitiger Achtung sollen dabei auch die Verschiedenheiten und Unterschiede wahrgenommen werden. Gerade hier setzte der offene und geschwisterliche Dialog an. Nach dem Vortrag diskutierten in einem moderierten Podiumsgespräch Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen unter Beteiligung des Publikums miteinander über diese Fragen. Die Moderation des Abends lag in den Händen von Dekanatsreferent Hans-Georg Orthlauf-Blooß. Im Rahmen des Abends stellte Pfarrer Joachim Schuh die evangelische Kirche vor. Dabei ging es darum, das je eigene Gesicht der verschiedenen christlichen Gemeinschaften kennen zulernen. Im Anschluss lud die Evangelische Kirchengemeinde Wörrstadt zu Begegnung und Austausch ein. 

Der Referent: Dr. Bernhard Nitsche
Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Dogmatische Theologie und Dogmengeschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Dr. Bernhard Nitsche, geboren am 06.03.1963 in Sulzbach/Baden
1982 -1989 Studium der Katholische Theologie an den Universitäten Mainz und Wien
1987 - 1988 Wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Hilberath/Mainz
1989 Graduiertenstipendium, der Johannes-Gutenberg-Universität
1990 - 1993 Pastoralausbildung in der Erzdiözese Freiburg
1993 Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Dogmatische Theologie und Dogmengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
2000 Promotion mit "Summa cum laude"

Die Evangelische Kirche stellte sich vor.
Evangelisches Dekanat Alzey
Martin-Luther-Haus
Obermarkt 13, 55232 Alzey
Tel.: 0 67 31 / 99 84 67
Fax: 0 67 31 / 99 84 68
E-Mail: evang-dekanat-alzey@t-online.de
Internet: www.dike.de/evang-dekanat-alzey

Die Veranstaltungsreihe wurde ermöglicht durch:

Wir danken allen Sponsoren und den ungenannten Spendern für die Unterstützung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stand: 03. Juni 2002